Holzbett pflegen: So behandeln Sie Massivholzmöbel aus geöltem Massivholz
Diese Pflegetipps stammen aus unserer Werkstatt für Massivholzmöbel in Spenge (NRW, Deutschland), wo wir seit Jahren Betten und Massivholzmöbel aus geöltem Massivholz fertigen.
Geöltes Massivholz als Stück Natur im Wohn- und Schlafraum
Pflegen Sie Ihr Holzbett und Ihre Massivholzmöbel aus geöltem Massivholz!
Ein geöltes Massivholzbett bzw. Massivholzmöbel ist nicht nur Ihr Möbelstück, sondern auch ein Stück Natur im Wohn- und Schlafraum. Die lebendige Maserung, die warmen Farben, die angenehme Haptik fördern die eigene Geborgenheit und Ruhe. Damit Ihr Holzbett und anderen Massivholzmöbel diese natürliche Ausstrahlung über viele Jahre hinweg behält, ist keine große Behandlung nötig, sondern vor allem etwas Pflege. Sanfte Reinigung – weniger ist mehr.
Sanfte Reinigung von Holzbett und Massivholzmöbeln
Im Gegensatz zu Kunststoffflächen lädt sich geöltes Massivholz nicht statisch auf und zieht keinen Staub an.
Im Alltagsbetrieb reicht es völlig, Ihr Holzbett ab und zu mit einem weichen Baumwolltuch trocken abzustauben. Das genügt, um die Oberfläche sauber und gepflegt zu erhalten.
Mikrofasertücher bei geöltem Massivholz vermeiden
Mikrofasertücher sollten Sie vermeiden. So praktisch sie im Haushalt sein mögen – sie wirken fettlösend, und da Ihr Holzbett geölt ist, ziehen sie damit das schützende Öl aus der Oberfläche. Das Holz wird stumpfer und verliert nach und nach seine Schutzschicht.
Geöltes Massivholz nebelfeucht reinigen
Wer zu Staubempfindlichkeit neigt, kann seine Holzmöbel oder das Holzbett auch einmal mit klarem Wasser nebelfeucht abwischen. Aber auch hier gilt: Sparsam mit dem Wasser umgehen, keine Reinigungsmittel verwenden, Restfeuchte sofort sorgfältig abwischen. Zu viel Nässe tut dem Holz nicht gut.
Muss man ein geöltes Holzbett regelmäßig nachölen?
Ein Holzbett ist im täglichen Gebrauch sehr viel geringeren Strapazen ausgesetzt als etwa eine Tischplatte, deshalb ist ein regelmäßiges Nachölen nicht unbedingt erforderlich. Aber eine gelegentliche Auffrischung tut manchmal gut: Die Maserung tritt wieder deutlicher hervor, die Farben werden tiefer, und Ihr Holzbett hat wieder seine samtige Ausstrahlung.
Möbelpolituren, Wachse und klassische Holzöle – warum Vorsicht?
Dabei gilt: Lieber auf Möbelpolituren und Möbelwachse verzichten!
Die Inhaltsstoffe von Möbelpolituren sehe ich kritisch. Das ist irgendein Zeug, gerne auf Erdölbasis, stark verdünnt mit irgend einer Verdünnung, dazu Additive und Geruchsstoffe. Hier sollte man genau auf die Inhaltsstoffe achten.
Ein Wachs hingegen dringt nicht in das Holz ein, sondern bleibt auf der Oberfläche stehen und das Holz wirkt schnell stark ungleichmäßig glänzend, auch "speckig".
Klassische Holzöle mit hohem Festkörperanteil benötigen oft mehrere Tage zum Durchtrocknen und bleiben gerne auf der Oberfläche stehen, sodass unschöne Glanzstellen entstehen können. Das Holz ist in der Regel bereits mit Öl gesättigt, das neue Öl kann also kaum noch eindringen – vor allem, wenn es eher dickflüssig ist. Die überschüssige Schicht bleibt dann auf der Oberfläche liegen und lässt das Holz schnell unruhig und „speckig“ wirken.
Distel- oder Sonnenblumenöl als einfache Pflegelösung für geöltes Massivholz
Eine besonders einfache Lösung ist es, Distel- oder Sonnenblumenöl aus der Küche zu verwenden. Es sollte mit einem Lappen dünn aufgetragen und zum Schluß trocken gerieben werden. So wird die Schönheit des Holzes wieder aufgefrischt und der Holzschutz bleibt erhalten. Distel- und Sonnenblumenöl haben einen sehr geringen Festkörperanteil, sie sind sehr dünnflüssig, und das ist hier von Vorteil. Nach der Anwendung sieht das Bett dann so schön aus wie am ersten Tag!
Wenn Ihnen das mit dem Sonnenblumen- und Distelöl zu abenteuerlich erscheint (obwohl das gängige Holzöle sind), können Sie natürlich auf normale Holzöle zugreifen. Hier sollten Sie darauf achten, daß diese eher dünnflüssig sind. Mit einem Lappen auftragen und unbedingt in Maserrichtung trocken reiben, damit keine unschönen Glanzstellen entstehen.
Warum ich Holzöle auf Leinölbasis nicht empfehle
Auf ein Holzöl auf Leinölbasis würde ich verzichten. Zum Einen hat so ein Öl eine lange Aushärtungszeit und eine starke Geruchsbildung, die meist mit Zitrusölen übertüncht werden, welche gerne Kopfschmerzen verursachen. Außerdem besteht hier immer die Gefahr der Selbstentzündung der verwendeten Lappen! (Das ist wirklich so. Jedes Jahr brennen Tischlereien und Schreinereien deswegen ab. Ich hab diese Selbstentzündung mehrmals selbst erlebt. Das geht so: Leinöl trocknet nicht, es oxydiert. Dabei entsteht Wärme, die sich in einem mit Öl getränkten Lappen kumuliert, der wird sauheiß. Und dann ist der Flammpunkt des Öles eher niedrig, und zack hat man den Salat bzw. einen Schwelbrand mit schwarzem, furchtbar stinkenden Qualm, der irgendwann in einen offen Brand mündet. Also lieber ein Holzöl ohne Leinölanteil nehmen).
Flecken am Holzbett oder Holzmöbel entfernen
Sollte eine Stelle an Ihrem Holzmöbel oder Holzbett einen Fleck oder so haben, können Sie den einfach weg schleifen (Unbedingt in Maserrichtung! Mit Schleifpapier Körnung 150 oder 180) und danach nachölen.
Pflege von unbehandelten Holzmöbeln und Holzbetten
Auch wenn Ihr Holzbett bzw. Ihre Holzmöbel unbehandelt sind, können Sie sie gerne mit einem trockenen Lappen abwischen. Ist der Lappen etwas feucht, kann es sein, daß Sie den Hausstaub in die Holzporen einmassieren, und dann wirkt das Holz leicht "schmutzig". Möbel werden ja geölt, damit das Holz geschützt ist, und sind sie nicht geölt, dann sind die Poren völlig offen.
Sollten Sie unschöne Stellen an Ihren Holzmöbeln haben, dann können Sie diese ganz einfach mit Schleifpapier Korn 150 oder 180 anschleifen. Dabei bitte stets in Maserrichtung arbeiten! Das geht sehr einfach und schnell, und danach sind Ihre schönen Massivholzmöbel wieder wie neu.
==> Weitere Information zum richtigen Nachölen von Massivholzmöbeln