Holzarten für Möbel aus Massivholz - eine Übersicht
Die Auswahl an Massivholzarten für Möbel ist groß und die Unterschiede sind entscheidend: Doch welche Holzarten gibt es für Möbel und welche eignet sich für welchen Zweck? Eine kompakte Übersicht über die Holzarten für Möbel hilft dabei, Eigenschaften und Einsatzbereiche besser zu verstehen. Von hell und modern bis robust und charakterstark bringt jede Holzart ihre eigenen Vorteile mit. Das beste Holz für Möbel hängt dabei immer von Nutzung, Stil und persönlichen Vorlieben ab.
Helle Holzarten für Möbel: Buche
Massivholzmöbel gibt es aus verschiedenen Holzarten, die sich in Farbe, Struktur und Eigenschaften deutlich unterscheiden. Eine der beliebtesten hellen Holzarten für Möbel ist Buche. Sie überzeugt durch ihre freundliche Optik, hohe Festigkeit und vielseitige Einsetzbarkeit im Möbelbau. Besonders in modernen und zeitlosen Einrichtungen wird Buchenholz gerne verwendet, da es sich gut mit anderen Materialien und Farben kombinieren lässt.
Rotbuche: „Fagus sylvatica“
Rotbuche passt eigentlich immer und wird für Massivholzmöbel gern verarbeitet und zeichnet durch die folgenden Aspekte aus:
- universelles Möbelholz: freundlich und hell, hart und einheitlich
- rötlich schimmernd, feinporig und gleichmäßig gemasert
- bekommt im Laufe der Zeit eine leicht bräunliche Patina, ohne wesentlich dunkler zu werden
- sehr hart (Rohdichte im Durchschnitt 720 kg/m3; Ab 1.000 kg/m3 geht Holz im Wasser unter)
- arbeitet (quillt und schwindet) recht stark
Weitere wissenswerte Merkmale der Buche sind:
- Buche hat einen Anteil von ca. 15% am deutschen Wald. Der Anteil läge ohne Waldbewirtschaftung natürlicherweise höher.
- Die essbaren Blätter der Buche gelten als entzündungshemmend, das Laub als bodenverbessernd.
- Buchenholz für den Möbelbereich wird i.d.R. „gedämpft“, also in Wasser / Wasserdampf gekocht. Je länger sie gedämpft wird, desto stärker wird ihr rötlicher Farbton. Ungedämpft ist die Buche ziemlich bunt. Wir verwenden für die gleichbleibende Qualität unserer Möbel ganz leicht gedämpfte Buche, die sehr hell und einheitlich ist.
- Der „Buchstab“ wurde ursprünglich aus Buchenholz gefertigt und genutzt, um ein Buch zu drucken. Jaja, die gute alte Buche.
Was steckt hinter der Rotbuche und Weißbuche?
Die "Weißbuche" (auch: Hainbuche) ist mit der "Rotbuche" übrigens nicht näher verwandt. Stattdessen ist sie mit der Birke verwandt und für den Möbelbau nicht verwendbar. Was einem der ein oder andere Verkäufer als "Weißbuche" andrehen will, ist in Wahrheit oft eine sehr helle Rotbuche, die nur leicht gedämpft oder ungedämpft ist.
Auch interessant zu diesem Thema: http://www.weltnaturerbe-buchenwaelder.de/
Dunklere Holzarten für Möbel: Kernbuche
Kernbuche ist eine besondere Variante der klassischen Buche und zählt zu den ausdrucksstärkeren Holzarten für Möbel wie Holzregale oder Massivholzbetten. Sie weist einen natürlichen Farbkern aus, der lebendige Kontraste ins Holz bringt. Dadurch entstehen Möbel mit individueller Maserung und charakterstarken Erscheinungsbild. Besonders in großzügigen, hellen Räumen kommt die optische Wirkung von Kernbuche gut zur Geltung.
Wildbuche/Rotbuche: „Fagus sylvatica“
Diese Besonderheiten machen Kernbuche aus und zum idealen Möbelholz für Massivholzbetten oder einen Kleiderschrank aus Massivholz:
- Buche bildet einen Farbkern (Rotkern) aus.
- Dieser ist sehr ungleichmäßig dunkel und wird bei der "Kernbuche" mitverarbeitet.
- Das Ergebnis ist ein sehr ausdrucksstarkes Möbelstück.
- In großen, hellen Räumen wirkt das Holz unglaublich schön.
- Dagegen ist diese Holzart für Möbel in kleinen, dunkleren und vollgestellten Räumen weniger empfehlenswert.
Bildunterschrift: Das Bett und der Nachttisch-Würfli sind von uns. (Kundenbild)
Warme Holzarten für Möbel: Erle
Erle ist ein Wasserholz, welches gern und gut in Sumpfgebieten, an Bach- und Flussläufen und dergleichen wächst. Das ist möglich, da die Wurzeln der Erle eine Art „"Schnorchel“" haben, um Sauerstoff zu bekommen und nicht zu verfaulen. Es heißt, dass Erlenholz bzw. massive Möbel aus Erle aufgrund dieser Eigenschaft angeblich depressionsmindernd wirken können. Jaja, was es alles gibt...
Jedenfalls ist Erle tatsächlich ein wirklich angenehmes, warmes Holz.
Schwarzerle: "Alnus glutinosa"
Die folgenden Merkmale machen die Erle aus:
- Farbe: Rötlich bis gelblich, kann etwas bunt sein (muss nicht immer so einheitlich sein wie auf dem Bild)
- sehr warmer, angenehmer Ausdruck (wird gerne für Schlafzimmer verwendet)
- bleicht im Laufe der Zeit etwas aus (wird heller, so Richtung gelb-orange
- Langfaseriges Holz mit feiner Struktur, welches für ein richtig schönes finish womöglich einmal nachgeölt werden könnte, da die Holzfasern aufstehen können und das Holz dann "stumpf" wirkt.
- mittelhart (Rohdichte: im Durchschnitt 550 kg/m3; Zum Vergleich: Fichte: 470)
- Familie der Birkengewächse
- Eher gutmütig im Quell- und Schwundverhalten, daher ein sehr gut geeignetes Möbelholz.
- Lässt sich farblich gut mit Nadelhölzern wie Lärche, Kiefer oder Fichte für Möbel kombinieren
Bildunterschrift: Die Erle kann allerdings auch wesentlich unterschiedlicher (bunter) in der Farbe ausfallen. Ein solches homogenes Bild ist eher selten. (Kundenbild)
Klassisches Möbelholz: Eiche
Eiche gehört zu den klassischen und wohl mit beliebtesten Holzarten für Massivholzmöbel. Sie steht für Robustheit, Langlebigkeit und eine zeitlose, natürliche Optik. Durch ihre markante Maserung und warme Farbgebung verleiht sie Möbeln einen hochwertigen und charakterstarken Ausdruck. Besonders in stark beanspruchten Bereichen wird Eiche aufgrund ihrer Widerstandsfähigkeit gerne eingesetzt.
(Stieleiche: "Quercus robur")
Das macht die Eiche als Holzart für Möbel wie unsere Würfelregale aus:
- Nach dem Ölen braun, unbehandelt ist sie hellbraun.
- hartes Holz (Rohdichte im Durchschnitt: 650 kg/m3)
- grobporig (grobe, große Holzporen)
- geringe Quell- und Schwundmasse (arbeitet wenig)
- sehr gleichmäßig in der Farbe
- ideales Möbelholz (arbeitet wenig, ist hart und einheitlich, Kratzer etc. fallen aufgrund der grobporigen Struktur weniger auf)
Weitere wissenswerte Merkmale der Eiche sind:
- Die deutsche Eiche (Stieleiche) gilt als die wohl schönste weltweit, als Spessart-Eiche ist sie weltberühmt. Nicht zu vergleichen mit der verbreiteten, komischen amerikanischen Roteiche (auch: Spitzeiche).
- Aufgrund des hohen Gerbsäuregehalts im Holz, reagiert Eiche u. a. mit Eisen, Rauch, Ammoniak. Also bitte keine alte Blechdose auf das Möbelstück aus Eiche stellen, sonst hat man dort einen schwarzen Kringel. Putzen Sie außerdem nicht mit ammoniak-haltigen Putzmitteln, sonst wird das Holz, sonst wird's "scheckig".
- Anteil an der deutschen Waldfläche: ca. 12%
- uralte Baumart (mind. 12 Mio. Jahre)
- kann bis 1.500 Jahre alt werden.
- Wird und wurde von vielen Kulturen verehrt (bspw. als Lebensbaum im Christentum, keltische Druidenplätze, Gerichtsbaum)
(Kundenbild)
Was steckt hinter der Asteiche?
Die so genannte "Asteiche" ist ganz normale Eiche, in der ein paar Äste und andere "Holzfehler" verarbeitet sind. Früher nannte man diese Holzart auch "Sargeiche", da Eiche in minderer Qualität für Särge verwendet wurde. Sargeiche klingt jetzt nicht so sexy für ein wohnliches Möbelstück, daher hat sich der Name geändert.
Hinweis: Wir verwenden in unserer Manufaktur astfreie Eiche.
Holzarten für Möbel: eine kleine Definitionslehre
Echtholzmöbel:
- kein definierter und geschützter Begriff. In der Regel Spanplatte (die u. a. aus echten Holzspänen besteht) mit Papierdekor. Billig.
Massivholzmöbel (auch: Vollholzmöbel):
- Geregelt in der DIN 68871: : „"[....] massiv dürfen sich solche Möbel nennen, die in allen Teilen außer Rückwand und Schubkastenboden aus massivem Holz gefertigt und nicht furniert sind [...]"
Naturmöbel/ Naturholzmöbel:
- Ebenfalls leider nicht geschützt. Der Begriff wird von uns verwendet, um neben dem Aspekt des Massivholzmöbel den Aspekt der Nachhaltigkeit (ökologisch, sozial, ökonomisch) und Gesundheitsverträglichkeit einfließen zu lassen.