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Das beste Holz für Massivholzmöbel

Die Frage klingt zunächst einfach, ist aber gar nicht so leicht zu beantworten. Denn was bedeutet eigentlich „das beste Holz“? Geht es um den günstigsten Preis, um besondere Härte, um eine schöne Maserung, um Langlebigkeit oder um ökologische Gesichtspunkte?


Weltweit gibt es mehr als 60.000 bekannte Baumarten. Ein großer Teil davon sind eher Büsche als Bäume, die meisten Bäume wachsen in tropischen und subtropischen Regionen. In Europa kommen rund 450 heimische Baumarten vor. Für den Möbelbau wird jedoch nur ein kleiner Teil dieser Vielfalt regelmäßig genutzt: weltweit etwa 1.500 Holzarten, in Europa ungefähr 25.

Es gibt diesen uralten  Grundsatz: Besonders sinnvoll ist häufig das Holz, das in der eigenen Region wächst und aus nachvollziehbarer, nachhaltiger Forstwirtschaft stammt. Deshalb konzentrieren wir uns in diesem Beitrag auf europäische und vor allem auf heimische Holzarten.

In den vergangenen Jahrzehnten ist das Bewusstsein dafür gewachsen, dass Tropenholz und Holz aus weit entfernten Regionen ökologisch problematisch sein können. Trotzdem erfreuen sich anscheinend einige dieser Hölzer wieder zunehmender Beliebtheit. Dazu gehören etwa Sheesham aus indischen Plantagen, Teak aus indonesischen Plantagen und tropische und subtropische Hölzer, die im Handel bspw. unter der Bezeichnung Akazie angeboten werden.

Aus ökologischer Sicht lohnt sich hier ein genauer Blick: Lange Transportwege, unklare Herkunft, Monokulturen, Plantagenwirtschaft und die mögliche Verdrängung naturnaher Wälder sind gute Gründe, bevorzugt auf regionale Alternativen zurückzugreifen. Viele europäische Holzarten bieten hervorragende Eigenschaften für langlebige Massivholzmöbel — ganz ohne weite Wege.

Grundsätzlich unterscheiden sich die Holzarten in vielerlei Hinsicht voneinander. Ein Kriterium ist:

Nadelholz und Laubholz: Weichholz und Hartholz

Im Möbelbau wird häufig zwischen Nadelholz und Laubholz unterschieden. Umgangssprachlich nennt man Nadelhölzer oft Weichhölzer und Laubhölzer Harthölzer. Das stimmt auch meistens, aber nicht immer. Manche Laubhölzer (bspw. Erle) sind relativ weich, und manche Nadelhölzer (wie die Lärche) können überraschend robust sein.

Nadelhölzer stammen von Bäumen wie Kiefer, Fichte, Tanne, Lärche, Douglasie oder Zirbe. Sie sind meist leichter, günstiger und einfacher zu bearbeiten. Dafür sind sie oft weicher und bekommen schneller Dellen oder Kratzer. Sie eignen sich gut für eher einfache Regale, Betten, Schränke, rustikale Möbel, Kinderzimmermöbel oder Möbel, die gestrichen werden.

Laubhölzer stammen von Bäumen wie Eiche, Buche, Esche, Ahorn, Birke, Nussbaum oder Kirsche. Sie sind meist dichter, härter und widerstandsfähiger. Deshalb werden sie besonders gern für hochwertige Möbel, Esstische, Stühle, Arbeitsplatten, Küchenfronten und stark beanspruchte Möbelstücke verwendet.

Kurz gesagt:
Für langlebige, hochwertige und stark belastete Möbel sind Laubhölzer meist die bessere Wahl. Für preiswerte, leichte oder rustikale Möbel können Nadelhölzer sehr sinnvoll sein.

Die Rohdichte ist ein wichtiger Hinweis auf Härte und Belastbarkeit von Holz. Zur Einordnung: Ab einer Rohdichte von 1 geht Holz im Wasser unter. Die Bandbreite reicht von etwa 1,3 für Pockholz bis 0,14 für Balsaholz (Buche: Ca. 0,7).

Das beste Holz in Kürze:

Kategorie Beste Holzarten Warum diese Wahl?
Beste Wahl insgesamt Eiche und Buche Sehr robust, langlebig, gut verfügbar und vielseitig für hochwertige Massivholzmöbel einsetzbar.
Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis Buche Hart, belastbar, regional gut verfügbar und meist günstiger als Eiche.
Beste helle Hölzer Esche, Ahorn, Birke Helle, freundliche Optik; ideal für moderne, skandinavische und leichte Möbelentwürfe.
Bestes günstiges Nadelholz Fichte, Tanne Preiswert, leicht, gut verfügbar und gut geeignet für einfache Möbel, Regale und Korpusse. Relativ wenig Äste und kaum Harz.
Bestes Holz für Schlafzimmer Eiche, Buche, Erle, Kiefer und Zirbe Eiche und Buche sind stabil und langlebig. Erle ist ausreichend fest und wirkt sehr warm. Kiefer und Zirbe sind weich und astig, aber bringen den typischen angenehmen, harzigen Duft.
Bestes rustikales / outdoor-nahes Holz Lärche und Douglasie Robuster als viele andere Nadelhölzer, markante Maserung und gut geeignet für rustikale oder feuchtere Einsatzbereiche.

Wir konzentrieren uns in unserem Angebot an Massivholzmöbeln auf die Holzarten Buche, Kernbuche, Erle und Eiche. Bei Nadelholz könnte ich mir allenfalls die Fichte bzw. Tanne vorstellen, die hat nicht so viele Äste und auch im Prinzip keine Harzgallen. Nur ist die Fichte derart weich, daß sie schon Macken bekommt, wenn man sie nur krumm anguckt, das macht keinen Spaß.

Die Holzarten im Einzelnen:

Laubhölzer:

Eiche: Der beste Allrounder für hochwertige Möbel

Rohdichte: 0,65 - 0,71

Eiche ist hart, robust, langlebig und besitzt eine markante Maserung. Möbel aus Eiche wirken hochwertig und passen sowohl zu modernen als auch zu klassischen Einrichtungen. Besonders für Esstische, Schränke, Betten, Regale und Küchenfronten ist Eiche hervorragend geeignet.

Eine große Stärke der Eiche ist ihre Alltagstauglichkeit. Sie arbeitet relativ wenig, hält Belastung gut aus, lässt sich gut ölen, wachsen oder lackieren und kann auch nach vielen Jahren aufgearbeitet werden. Zudem ist Eichenholz aufgrund der holzeigenen Inhaltsstoffe (Gerbsäure) eher witterungsbeständig. Dadurch eignet sie sich besonders für Möbel, die lange halten sollen.

Die Nachteile liegen vor allem im Preis und Gewicht. Eiche ist schwer und teurer als Buche, Kiefer oder Fichte. Die im Holz der Eiche enthaltene Gerbsäure reagiert mit Metall und verursacht dunkle Verfärbungen; Wenn man also eine Konservendose aus Metall auf eine Küchenarbeitsplatte aus Eiche stellt und eine Weile stehen lässt, hinterlässt das einen schwarzen Kringel. Trotzdem ist Eiche für viele Möbelstücke die beste Gesamtwahl.

Im  Laufe der Jahre ändert sich die Holzfarbe der Eiche relativ wenig, sie ist sehr farbstabil.

Wildeiche

Wildeiche ist Eiche, bei der Holzfehler wie Äste und Risse im Holz mitverarbeitet werden. Das kann sehr markant, natürlich, rustikal und schön aussehen. Da solche Holzfehler kommen, wie sie kommen, kann man bei der Bestellung eines Möbels nicht sagen, wie es tatsächlich aussehen wird. Die Fehler können groß oder klein, mehr oder weniger auffällig sein, besser oder schlechter aussehen. 

Früher hat man solche Holzfehler herausgenommen und verbrannt, bis sich kluge Marketingstrategen dachten, daß man eigentlich ganz schöne, natürliche und rustikal aussehende Möbel aus diesem bis dato wertlosem Material fertigen und verkaufen könnte.

Weil früher dieses rissige, astige Holz Abfall war, den man außer Verbrennen schlecht verwerten konnte, baute man auch Särge daraus. Daher lautete der ursprüngliche Name der Wildeiche "Sargeiche". Das habe ich so noch in meiner Lehre gelernt (ist ne Weile her), aber das klingt natürlich nicht so sexy für ein Möbel, daher nannte man das Holz um. 

Buche: Robust, bezahlbar und vielseitig

Rohdichte: 0,68 - 0,72  

Buche ist in Europa sehr verbreitet und eines der wichtigsten Hölzer für Möbel. Sie ist hart, dicht, belastbar und meist günstiger als Eiche. Buche ist sogar ein klein wenig härter als Eiche. Besonders für Stühle, Betten, Kinderzimmermöbel, Regale und funktionale Massivholzmöbel ist Buche sehr gut geeignet.

Die Stärke von Buche liegt in ihrer Belastbarkeit. Sie ist zäh, elastisch und hält mechanische Beanspruchung gut aus. Das ist ein großer Vorteil bei Massivholzmöbeln, denn aufgrund ihrer Härte gibt es weniger schnell Gebrauchsspuren wie Kratzer, Dellen und dergleichen. Auch Verbindungselemente sitzen in ihr fest und stabil, ein wesentliches Merkmal für qualitativ hochwertige Massivholzmöbel. Nehmen Sie bspw. ein Bett oder einen Tisch, die durchaus hohe Scherkräfte aufnehmen müssen. Da muss ein Beschlag im Holz halten.

Ihre Schwäche ist die Empfindlichkeit gegenüber Feuchtigkeit. Buche arbeitet stärker als manche andere Holzarten und kann sich bei wechselnder Luftfeuchtigkeit verziehen. Optisch wirkt sie ruhig und eher einheitlich. Wer ein robustes und preislich attraktives Möbelholz sucht, trifft mit Buche eine sehr gute Wahl.

Zur Farbstabilität: Buche ist ein eher helles, gelblich- bis leicht rötliches Holz. Unsere geölte Buche bekommt im Laufe der Jahre eine leichte Patina, ohne wesentlich dunkler zu werden. Sie altert sehr schön.

Nun ist die Buche von Haus aus ein farblich eher buntes Holz. Daher wird die Buche „gedämpft“, also im Wasser oder Wasserdampf gekocht. Ist die Dämpfungsdauer eher kurz, rund 6 Stunden, wird sie einheitlich und bleibt hell. Man spricht von „leicht gedämpft“. Das hat sich am Markt durchgesetzt. Je länger die Dämpfungsdauer, desto roter wird die Buche.

Wenn man von „Buche“ spricht, dann ist üblicherweise die „Rotbuche“ gemeint. Die „Weißbuche“ hingegen ist tatsächlich eine Hainbuche und gar keine Buche, sondern sie gehört zu den Birkengewächsen. Das sind diese buschartigen Bäume am Waldrand mit dünnen Stämmen. Sie ist extrem hart und technisch nutzbar, aber wegen Wuchsform, Verfügbarkeit und Verarbeitung für den Möbelbau ungeeignet.

Wildbuche, Kernbuche

Im Laufe ihres Lebens bildet der Stamm einer Buche einen stark verfärbten Kern aus. Diesen kann man als charakterstarke, gereifte Variante der klassischen Buche bezeichnen.

Bei der Kernbuche (= Wildbuche) wird der Kern der Buche ebenfalls verarbeitet und sorgt für eine interessante Farbgebung und Maserung. Die dunkleren Stellen im Bett oben sind die Kerneinschlüsse. Hier in diesem Bett ist der Anteil von Kern gemäßigt, das kann auch deutlich stärker ausfallen.

Esche: Hell, elastisch und modern

Rohdichte: 0,65 - 0,69

Esche ist ein helles, zähes und elastisches Holz mit einer lebendigen Maserung. Sie wirkt modern, freundlich und etwas leichter als Eiche, aber man sieht ihr die Verwandtschaft mit Eiche an. Besonders für Stühle, Tische, Treppen, gebogene Holzteile und helle Möbel ist Esche sehr interessant.

Eine große Stärke der Esche ist ihre Kombination aus Festigkeit und Elastizität. Sie ist stoßfest und tragfähig, weshalb sie auch dort eingesetzt wird, wo Holz flexibel und belastbar sein muss. Optisch bringt Esche eine helle, natürliche und oft sehr dekorative Struktur mit.

Die Schwäche der Esche liegt in ihrer begrenzten Dauerhaftigkeit bei Feuchtigkeit. Außerdem ist die Verfügbarkeit in Europa durch das Eschentriebsterben schwieriger geworden. Für hochwertige Innenmöbel bleibt Esche aber eine ausgezeichnete Wahl.

Zur Farbe: Die frische Esche ist sehr hell (wie auf dem Bild), unfassbar schön. Im Laufe der Zeit wird sie aber so richtig tief gelb, das muß man mögen. Dieser Prozeß lässt sich durch bestimmte Methoden etwas aufhalten, bspw. durch bestimmte Aufhell-Lacke oder Bleichen. Durch das Bleichen verliert das Holz seine Lebendigkeit im Ausdruck.

Ahorn: Hell, fein und elegant

Rohdichte: 0,62 - 0,72

Ahorn ist ein helles, fein strukturiertes Holz, das besonders ruhig und elegant wirkt. Es passt sehr gut zu modernen Möbeln, Küchenfronten, Schreibtischen und hellen Innenräumen. Seine Oberfläche kann sehr hochwertig aussehen, ohne aufdringlich zu wirken.

Die Stärken von Ahorn liegen in seiner feinen Optik, seiner Härte und seiner klaren, hellen Ausstrahlung. Möbel aus Ahorn wirken leicht, sauber und hochwertig. Deshalb ist Ahorn besonders beliebt für moderne Einrichtungen und Möbel mit reduzierter Formensprache.

Nachteilig ist, dass Ahorn empfindlich gegenüber Flecken sein kann. Außerdem ist hochwertiger Ahorn nicht immer günstig. Wer helle, elegante Möbel sucht, findet in Ahorn aber ein sehr schönes europäisches Möbelholz.

Die Farbe des Ahorns vergilbt, ähnlich wie die Esche wird sie im Laufe der Jahre ziemlich gelb. Diesen Prozeß kann man auch hier durch bestimmte Aufhell-Lacke verzögern.

Birke: Skandinavisch, hell und vielseitig

Rohdichte: 0,6 - 0,67  

Birke sieht auf den ersten Blick dem Ahorn sehr ähnlich, ist aber wesentlich billiger und nicht ganz so hart. Sie ist hell, freundlich und wird besonders häufig für Sperrholz und formstabile Platten eingesetzt. Das Birke Sperrholz nennt sich „Multiplex“ und hat einzigartige technische Eigenschaften bzgl. Steifigkeit, Festigkeit und Härte.

Im skandinavischen Möbelbau spielt Birke eine große Rolle. Sie eignet sich gut für Regale, Kinderzimmermöbel, leichte Möbel und moderne, reduzierte Konstruktionen.

Die Stärke von Birke liegt in ihrer hellen Optik und Vielseitigkeit. Besonders als Sperrholz ist Birke stabil, formschön und gut zu verarbeiten. Dadurch eignet sie sich ideal für funktionale, leichte und moderne Möbel.

Auch die Birke bleibt nicht so schön hell, sondern verfärbt sich im Laufe der Jahre Richtung gelb-braun.

Nussbaum: Edel, dunkel und hochwertig

Rohdichte: 0,6 - 0,65  

Nussbaum gehört zu den edelsten europäischen Möbelhölzern. Seine dunkle Farbe, warme Ausstrahlung und dekorative Maserung machen ihn besonders beliebt für hochwertige Designmöbel, Schreibtische, Sideboards, Tische und Furniere.

Die größte Stärke von Nussbaum ist seine Optik. Kaum ein europäisches Holz wirkt so elegant, warm und exklusiv. Es lässt sich gut bearbeiten und eignet sich hervorragend für Möbel, bei denen das Holz selbst im Mittelpunkt stehen soll. Der französische Nußbaum gilt in Fachkreisen als der schönste weltweit, wohingegen der verbreitete amerikanische Nußbaum mit seinem bläulich schimmernden Glanz als weniger hochwertig gilt.

Die Schwäche ist der Preis. Nussbaum ist deutlich teurer und weniger verfügbar als Eiche, Buche oder Kiefer. Deshalb wird er häufig als Furnier eingesetzt. Für exklusive Einzelstücke ist Nussbaum jedoch eine der besten europäischen Holzarten.

Kirsche: Warm, fein und charaktervoll

Rohdichte: 0,58 - 0,63  

Das Bild täuscht, die Kirsche ist in Wahrheit nicht so quietschrot, eher Richtung orangerot, und auch sehr viel feiner gemasert.

Kirschholz hat eine warme, rötliche Farbe und eine feine Maserung. Es wirkt wohnlich, edel und etwas klassischer als Ahorn oder Esche. Besonders für Sideboards, Schränke, Einzelmöbel und Furniere ist Kirsche gut geeignet.

Die Stärke von Kirschholz liegt in seiner warmen Ausstrahlung. Es verleiht Möbeln eine elegante, angenehme und hochwertige Wirkung. Zudem lässt es sich gut bearbeiten und fein veredeln.

Ein Nachteil ist, dass Kirsche mit der Zeit stark nachdunkelt. Außerdem ist sie teurer und nicht so hart wie Eiche oder Buche. Für stark beanspruchte Möbel ist sie daher nicht immer die erste Wahl, für edle Wohnmöbel aber ausgesprochen schön.

Eine ganz besonders edle Variante ist die amerikanische Kirsche, die Black Cherry. Ein ganz besonderes Holz. Edel, fein gewachsen, mit wunderschönem rötlichem Farbton.

Erle: Warm, leicht und gut zu bearbeiten

Rohdichte: 0,5 - 0,55

Erle ist ein eher weiches Laubholz mit warmem, leicht rötlichem und gerne unterschiedlichem Farbton. Sie wird häufig für Fronten, Kommoden, leichte Möbel und Möbel im Landhausstil genutzt. Außerdem nimmt Erle Beizen gut an und kann dadurch optisch vielseitig gestaltet werden.

Man erkennt bei der Erle ihre Verwandtschaft zur Kirsche. Die einheitliche feine amerikanische Erle (red Alder) wird daher auch „Hotelkirsche“ genannt, aufgrund der Ähnlichkeit und des deutlich geringeren Preises.

Ihre Schwäche ist die geringe Härte. Erle ist weniger kratz- und druckfest als Eiche, Buche oder Esche. Für stark beanspruchte Möbel ist sie deshalb weniger geeignet. Für leichte Innenmöbel und Fronten kann sie aber sehr gut passen.

Europäische Erle kann in der Farbe stark unterschiedlich ausfallen und von fast weiß bis sehr dunklem rot reichen. Das resultiert aus ihrer Empfindlichkeit u.a. gegenüber Wuchsbedingungen und Schlagzeitpunkt. Erle ist die einzige europäische Holzart, die im Laufe der Zeit ausbleicht. Durch UV-Strahlung werden die farbgebenden Holzzellen zerstört (was die Stabilität des Holzes aber nicht beeinträchtigt). Steht also ein Massivholzschrank aus Erle mit einer Seite vor einem Fenster, dann wird diese Seite nach mehreren Jahren deutlich heller sein.

Die gängigsten europäischen Nadelhölzer für Möbel

Kiefer: Der beste Nadelholz-Allrounder

Rohdichte: 0,49 - 0,52

Kiefer ist eines der wichtigsten Nadelhölzer für Möbel in Europa. Sie ist gut verfügbar, preislich attraktiv und leicht zu bearbeiten. Besonders für Betten, Regale, Schränke, Kinderzimmermöbel, Landhausmöbel und gestrichene Möbel wird Kiefer häufig verwendet.

Die Stärke von Kiefer liegt in ihrem guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Sie ist stabil genug für viele Möbel, lässt sich gut verarbeiten und hat eine warme, natürliche Maserung. Geölt oder gewachst wirkt Kiefer besonders wohnlich.

Auch die normale Waldkiefer hat aufgrund ihres Harzgehalts einen angenehmen, wohltuenden, harzigen Geruch. Man kennt den Extrakt auch aus den Latschenkiefer Sauna Aufgüssen.

Die Schwäche der Kiefer ist ihre weiche Oberfläche. Kiefer bekommt schneller Dellen und Kratzer als Eiche oder Buche. Außerdem kann sie harzhaltig sein und durch Äste rustikal wirken. Für hochwertige Tischplatten ist sie nicht ideal, für viele Alltagsmöbel aber sehr gut geeignet.

Ein wirklich großer Nachteil der Kiefer können Harzgallen sein. Das sind Ansammlungen von Baumharz im Holz. Wenn diese dicht unter der Oberfläche liegen, können sie bei warmer Luft im Sommer auslaufen und den Fußboden ruinieren. Auch die Äste können ausbrechen, dann hat man Löcher im Holz. Tote Äste werden i.d.R. durch den Hersteller ausgebohrt und mit einem künstlichen "Ast" aus Holz ersetzt, was man natürlich sieht.

Anfangs ist die Kiefer eher hell und dunkelt dann nach, wird gelblich bis bräunlich.

Zirbe: Duftend, weich und besonders

Rohdichte: 0,4 - 0,49

Die Zirbe, eine Kiefernart (= Zirbelkiefer), ist ein besonderes Nadelholz aus dem Alpenraum. Es ist weich, leicht und bekannt für seinen angenehmen Duft. Besonders beliebt ist Zirbe für Betten und Schlafzimmermöbel.

Die Stärke der Zirbe liegt in ihrer Atmosphäre. Aufgrund ihres sehr hohen Harzgehalts und der darin enthaltenen natürlichen ätherischen Öle riecht sie stark harzig und würzig. Viele Menschen mögen diesen Geruch sehr, für manche empfindliche Menschen ist das zu viel des Guten. Das Holz wirkt angenehm, warm, natürlich und wird oft mit Ruhe und Behaglichkeit verbunden. Für Schlafzimmermöbel ist sie deshalb sehr beliebt.

Der Geruch verfliegt innerhalb weniger Jahre. Durch Schleifen des Holzes kann er wieder hervorgeholt werden.

Die Schwäche ist ihre sehr weiche Oberfläche. Zirbe ist kratz- und druckempfindlich und mittlerweile meist teurer als Kiefer oder Fichte. Sie eignet sich zwar nicht für stark beanspruchte und belastete Möbel, ist aber ein charaktervolles, sehr rustikales Holz für besondere Wohnbereiche.

Noch stärker als bei der gewöhnlichen Waldkiefer können bei der Zirbe ausbrechende Äste, Risse und Harzgallen auftreten. Das liegt an den besonderen Wuchsbedingungen: Die Zirbelkiefer wächst in hohen, kühlen Berglagen sehr langsam, bleibt oft vergleichsweise dünn und klein, wird aber sehr alt. Dadurch ist das Holz häufig stark astig und lebendig gezeichnet.

Die Zirbe sollte sehr bewusst eingesetzt werden, denn das Abholzen von Zirbe kann ökologisch problematisch sein. Zirben wachsen vor allem in der oberen subalpinen Stufe der Alpen und Karpaten, also in empfindlichen hohen Berglagen zwischen 1.500 und bis zu 2.800m Höhe nahe der Wald- und Baumgrenze. Sie erfüllen dort wichtige Schutzwald-Funktionen und brauchen sehr lange, um in diesen kargen, kalten Höhen nachzuwachsen. Nachhaltige, selektive Nutzung kann vertretbar sein. Man sollte hier ganz besonders auf eine echte  FSC- oder PEFC-Zertifizierung achten.

Für viele Massivholzmöbel sind aus ökologischer Sicht oft Buche, Erle, Eiche, Esche, Kiefer oder Fichte aus regionaler nachhaltiger Forstwirtschaft sinnvoller. Auch die normale Waldkiefer ist harzhaltig und hat diesen angenehmen Duft. Wenn es aber doch unbedingt die Zirbe sein muss, muss man wissen: Zirbe ist ein besonderes Holz für ausgewählte Möbelstücke, vor allem im Schlafzimmer, und weniger ein Holz für den massenhaften Möbelbau. Sie ist kein Holz für den derzeitigen Konsumhype und sollte, wenn überhaupt, nur ganz gezielt und bewusst genommen werden.

Die Zirbe wurde für wissenschaftliche Studien genommen, weil sie damals das billigste Holz war. Die Studienergebnisse zeigen die positive Auswirkung von Massivholz auf den menschlichen Organismus. Das gilt für alle Massivhölzer, aber die Studie löste den Hype um diesen ökologisch wertvollen Baum Zirbe leider aus. 


Fichte: Leicht, günstig und einfach

Rohdichte: 0,43 - 0,47

Fichte ist eines der häufigsten Hölzer in Europa. Sie ist leicht, günstig und einfach zu bearbeiten. Im Möbelbau wird sie vor allem für einfache Regale, leichte Schränke, Korpusse, Innenausbau und Möbel zum Streichen verwendet.

Die Stärke der Fichte ist ihre Verfügbarkeit und ihr geringes Gewicht. Sie ist preiswert und lässt sich leicht verarbeiten. Für einfache Möbel oder Konstruktionen, bei denen Gewicht und Preis wichtig sind, ist Fichte eine gute Wahl. Ein gut gemachter Schrank aus Fichte kann sehr lange halten. 

Ihre Schwäche ist die geringe Härte. Fichte ist sehr weich und wenig kratzfest. Für stark beanspruchte Flächen wie Esstische oder Arbeitsplatten ist sie im Grunde ungeeignet.

Die Fichte ist harzhaltig, aber nicht so arg wie die Kiefer. Daher ist das ein weniger großes Problem. Auch Äste kommen hier zwar vor, aber bei Weitem nicht so häufig wie bei der Zirbe.

Fichte wird überwiegend im Bau als Konstruktionsvollholz genutzt, also für Dachstühle, Carports und dergleichen. 

Im Laufe der Jahre verfärbt sich die anfangs helle Fichte zu einem schönen hellen Braun.

Tanne: Ruhig, harzarm und schlicht

Rohdichte: 0,41 - 0,46  

Tanne ähnelt der Fichte, wirkt aber oft etwas ruhiger und ist meist harzärmer. Sie wird für Innenausbau, schlichte Möbel, Verkleidungen und leichte Möbelteile verwendet.

Die Stärke von Tanne ist ihre gleichmäßige, dezente Optik. Sie lässt sich gut bearbeiten und kann für schlichte, natürliche Möbel sehr angenehm wirken. Auch das geringe Harzaufkommen ist ein Vorteil gegenüber manchen anderen Nadelhölzern.

Die Schwäche ist ähnlich wie bei Fichte: Tanne ist weich und nicht besonders abriebfest. Für stark beanspruchte Möbeloberflächen ist sie deshalb weniger geeignet. Für leichte Innenmöbel und ruhige Gestaltung kann sie aber gut funktionieren.

Lärche: Robust, warm und rustikal

Rohdichte: 0,55 - 0,59

Lärche ist unter den europäischen Nadelhölzern eine der robusteren Arten. Sie ist härter und dauerhafter als Fichte oder Kiefer und hat eine schöne rötlich-warme Farbe. Sie eignet sich für rustikale Möbel, Bänke, robuste Tische und auch für Gartenmöbel.

Die Stärke der Lärche ist ihre Widerstandsfähigkeit. Sie ist für ein Nadelholz relativ dauerhaft und kann auch in feuchteren Bereichen eingesetzt werden. Optisch wirkt sie warm, natürlich und kräftig.

Ihre Schwäche ist die grobere Struktur. Lärche kann harzig sein und arbeitet sichtbar. Für sehr feine, elegante Möbel ist sie daher weniger geeignet. Für robuste, natürliche und rustikale Möbel ist sie jedoch sehr interessant.

Die Lärche wird daher überwiegend für Möbel im Außenbereich, Fußböden, Außenverkleidungen von Gebäuden und dergleichen genutzt.

Douglasie: Stabil, markant und belastbar

Rohdichte: 0,5 - 0,58

Douglasie ist ein kräftiges, markantes Nadelholz mit guter Festigkeit. Sie wird häufig im Außenbereich und konstruktiven Holzbau eingesetzt, kann aber auch für Möbel genutzt werden, vor allem wenn eine rustikale Wirkung gewünscht ist.

Die Stärke der Douglasie liegt in ihrer Robustheit. Sie ist tragfähig, relativ dauerhaft und besitzt eine ausdrucksstarke Maserung. Für Gartenmöbel, rustikale Tische, Regale und robuste Konstruktionen ist sie gut geeignet.

Die Schwäche ist ihre grobe und harzige Struktur. Sie wirkt weniger fein als klassische Möbelhölzer wie Eiche, Buche oder Ahorn. Für elegante Innenmöbel ist sie daher nicht die erste Wahl, für charaktervolle und belastbare Möbel aber durchaus geeignet.

Welche europäischen Holzarten eignen sich also am besten für Massivholzmöbel?

Für hochwertige, langlebige Möbel ist Eiche die beste europäische Allround-Holzart. Sie ist robust, schön, vielseitig und wertbeständig. Wer ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis sucht, findet mit Buche eine starke Alternative. Für helle, moderne Möbel eignen sich Esche, Ahorn und Birke besonders gut. Für edle Einzelstücke sind Nussbaum und Kirsche hervorragend. Und wer ein bezahlbares, warmes Holz mit edler Ausstrahlung will, nehme die Erle.

Bei den Nadelhölzern sind Fichte und Kiefer der beste Allrounder für preiswerte Massivholzmöbel. Tanne eignet sich für leichte und einfache Möbel, während Lärche und Douglasie für robustere, rustikale Möbel interessant sind. Zirbe ist vor allem für Schlafzimmermöbel eine besondere Wahl.

Am Ende entscheidet nicht nur die Holzart, sondern auch die Qualität der Verarbeitung. Ein gut konstruiertes Möbel aus Fichte, Kiefer oder Esche kann langlebiger sein als ein schlecht verarbeitetes Möbel aus Buche oder Eiche. 

Die beste Holzart ist also immer die, die zum Möbelstück, zur Nutzung, zum Stil und Budget und vor allem zum Geschmack passt.


Häufige Fragen zu Möbelholz

Welches Holz eignet sich für einen Esstisch?

Buche und Eiche eignen sich aufgrund ihrer Härte besonders gut. Weichere Holzarten können bei Esstischen schneller Macken, Dellen und Schrammen bekommen.

Welches Holz eignet sich für ein Massivholzbett?

Eiche, Buche und Erle eignen sich aufgrund ihrer Stabilität und Härte gut für ein langlebiges, stabiles Massivholzbett. Zirbe kann ebenfalls verwendet werden, vor allem wegen ihres angenehmen Geruchs. Dieser Geruch verfliegt allerdings mit der Zeit, und das Holz ist weich, sehr astig und harzig.

Welches Holz ist besonders hart?

Buche und Eiche zählen zu den besonders harten und belastbaren europäischen Möbelhölzern.

Welches Holz ist günstig?

Kiefer und Fichte sind sehr günstige, allerdings eher weiche Holzarten.

Welches Holz dunkelt stark nach?

Kiefer und Fichte können deutlich nachdunkeln. Esche, Ahorn und Birke verfärben sich mit der Zeit häufig in Richtung eines warmen Honigtons.